Nussdepot Februar 2022: „Völlig verrannt“

Der Februar 2022 steht in den Büchern und es ist Krieg in Europa. Ich hätte gedacht, dass so etwas nicht mehr möglich ist und durch die wirtschaftliche Verflechtung der großen Nationen keiner mehr ein Interesse daran hat tatsächlich militärisch irgendwo einzumarschieren. Erstens lag ich falsch und zweitens wird meine Annahme mich wohl auch sehr viel Geld kosten.

Größter Einfluss im Februar:

Das Nussdepot war eigentlich gegen Zinsanstiege und scheinbar auch gegen den Ukraine-Krieg gut gewappnet. Allerdings habe ich mich zu wilder Spekulation verleiten lassen. Meine Theorie nach Kriegsanfang war, dass es Putin auf die zwei Gebiete der Ostukraine abgesehen hat, diese besetzt und dann annektiert, ähnlich wie die Krim. Es hätte zwar Sanktionen gegeben, aber die wären deutlich milder ausgegangen, als es jetzt der Fall ist.

Also dachte ich mir, ich sacke günstig einen Dividendentitel ein und habe mir 1.000 Aktien der Sberbank für 4,86€ ins Depot gelegt. Aus diesen 4.860€ sind mit dem Einmarsch in den Rest der Ukraine und dann endgültig mit dem Ausschluss aus Swift für die Sberbank dann 1€ Buchwert für mich geworden.

Ich habe mit Zockerei und wilden Annahmen also gerade mehr Geld verbrannt, als ich in den letzten 2 Jahren an Dividendeneinnahmen erhalten habe. Wieder etwas Lehrgeld bezahlt.

Zum Glück handelt es sich um weniger als 5% meines Portfolios und deutlich weniger als 5% meines „Vermögens“. Das Depot hat insgesamt zwar noch 21.526€ Ertrag auf das eingesetzte Kapital geliefert, aber 8.000€ im Vergleich zum Januar zu verlieren tut natürlich weh. Vor allem frisst diese Spekulation ziemlich viel meiner realisierten Januar-Gewinne auf.

Der absolute Flop mit der Sberbank hat dazu geführt, dass ich als Gegenpol zwei seriöse Positionen in Intel und 3M angelegt habe. Zusätzlich gibt es noch zwei sehr spekulative Positionen von Anfang Februar in Tonies und 2020 Bulkers (Danke an der Stelle an prof.goldgraf für die Inspiration über Instagram)

Einige schlecht gelaufene Positionen habe ich zusätzlich etwas aufgestockt; Paypal, Unilever und Hochtief. Aus dem Januar-Rebalancing hatte ich ja noch einen erheblichen Kapitalstock zur Reinvestition „herumliegen“ und finde die Investments weiterhin nicht schlecht, vor allem zu niedrigeren Kursen.

Depotübersicht Februar 2022:

Die Depotansicht fühlt sich ein wenig so an, als hätte ich in Wirecard investiert. Ich hoffe die Ansicht ist weiterhin für euch lesbar. Bald muss ich vermutlich auf ein anderes Format zurückgreifen, als einen Screenshot, damit die Zahlen erkennbar bleiben.

Verkäufe im Februar 2022:

keine

Käufe im Februar 2022:

Unilever
19 Stück zu 45,23€ = 859,28€

Aufrüsten auf meine „neue Standardinvestition von ca. 3.000€)

Tonies
400 Stück zu 8,05€ = 3.220,00€

s. Artikel Tonies SE Aktienkauf des Toniebox-Herstellers mal schauen, wie es sich entwickelt. Kurzfristig ging es erstmal bergab.

2020 Bulkers
300 Stück zu 10,95€ = 3.285,00€

Könnte bei weiterhin hohen Frachtraten eine wirklich nette Dividendenaktie sein.

Paypal
13 Stück zu 97,10€ = 1.262,30€

Das Wachstum ist langsamer als erwartet, aber das Unternehmen verdient schon ganz gutes Geld mit 3,55$ pro Aktie und ist vermutlich gerade irgendwo auf der Entwicklung zwischen Wachstums- und Valueaktie. Ich nutze Paypal selbst immer, wenn es als Zahlungsmethode in Onlineshops angeboten wird, also habe ich meinen durchschnittlichen Einstiegskurs mal etwas verringert.

Hochtief
20 Stück zu 59,68€ = 1.193,60€

Die Dividende wurde gesenkt. Die Rendite liegt aber trotzdem bei knapp 3% auf den aktuellen Kurs, also habe ich nachgekauft und meine Position auf die nun üblichen 3.000€ aufgestockt. Ich hoffe auf wieder steigende Dividenden.

3M
25 Stück zu 132,80€ = 3.320,00€

Standardtitel in jedem konservativen Dividendenportfolio.

Intel
75 Stück zu 42,21€ = 3.165,75€

Techtitel mit Dividende. Zwar werden Nvidia und AMD deutlich stärker bewertet und haben aktuell scheinbar technologischen Vorsprung in einigen Bereichen. Intel sollte aber trotzdem mit seinen großen Kapazitäten weiterhin gute Chancen haben ordentliche Margen zu erzielen.

Sberbank ADRs
1.000 Stück zu 4,86€ = 4.860,00€

Fehlinvestition – lässt sich nicht schönreden. Auf einem ehrlichen Finanzblog sollten ja auch mal die Fehlschläge dargestellt werden.

iShares Emerging
11,86 Stück zu 42,15€ = 500,00€

Sparplan.

Vanguard ESG Global
212,72 Stück zu 4,70€ = 1.000,00€

Sparplan.

Insgesamt kommen im Februar Käufe im Wert von 22.665,93€ zusammen. Durch diese Investition habe ich meine kompletten Einnahmen aus dem Rebalancing im Januar wieder in den Markt geschoben und hoffe auf gute Erträge. Auf eine „Gier frisst Hirn“ Entscheidung mit so großem Risiko und so kleinem Upside wie Sberbank lasse ich mich beim nächsten Mal aber wohl lieber nicht ein.

Dividenden im Februar 2022:

AbbVie36,99 €
Omega Health105,84 €
Februar 2022142,83 €
Gesamt 2022 344,89 €

Nebengewerbe:

Bei der Bullivermietung gab es im Februar leider wenig Bewegung. Das kalte Wetter und die Unruhe haben wohl dazu geführt, dass sich weniger Menschen mit Urlaub auseinandergesetzt haben. Der März dürfte aber wie jedes Jahr ein guter Monat für neue Buchungen werden.

Die UG und das LEGO-Geschäft läuft relativ ruhig. Ich habe nur 4 Sets verkauft und dabei ca. 250€ Gewinn gemacht. Aktuell habe ich wenig Druck meine Sets zu verkaufen und warte noch auf etwas höhere EOL-Preise. Eingekauft habe ich aber trotzdem einiges an LEGO.

LEGO 42107 Ducati Panigale
LEGO 10274 Ghostbusters Ecto-1 
LEGO 71756 Ninjago Wassersegler
LEGO 75317 Brickheadz Der Mandalorianer und das Kind
LEGO 21054 Das weiße Haus
LEGO 75304 Star Wars Darth Vader Helm
LEGO 75277 Star Wars Boba Fett Helm
LEGO 71738 Ninjago Zanes Titan Mech
LEGO 42128 Technic Schwerlast Abschleppwagen

Diese Investments sind auf jeden Fall wertstabiler, als meine Aktienentscheidungen im Februar. Aber leider bringen sie auch deutlich mehr Arbeitsaufwand mit sich.

Fazit:

Schade, dass ich mich bei den Aktien verzockt habe. Die bisherige Wiederstandsfähigkeit meines Depots in 2022 hat mir bisher eigentlich gut gefallen. Auf der anderen Seite handelt es sich nicht um Geld, dass ich morgen brauchen werde und vielleicht überlebt die Sberbank in Russland die aktuelle Situation mit viel Glück ja auch. Gut, wenn man seine Fehlentscheidungen einfach aussitzen kann . Wenn es am Ende schief geht, habe ich zwar weniger Gewinn mit meinem Depot generiert, aber immernoch Gewinn.

Falls die Sberbank ADRs Ende 2022 wieder handelbar sein sollten besteht natürlich auch die Möglichkeit sie zu Verkaufen, um zumindest die Kapitalertragssteuer aus dem Verlust mit der für die Gewinne aus Januar verrechnen zu können. Das wären dann zumindest 25% weniger Ärger über die Entscheidung.



Disclaimer

Dieser Post \"Nussdepot Februar 2022: "Völlig verrannt"\" spiegelt meine Meinungen und Erfahrungen zu den dargestellten Themen wieder. Er beinhaltet keine Anlage- oder Investmentempfehlung.

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