Flohmarkt im Internet: Wie und wo gebrauchte Produkte online (ver)kaufen?

Flohmarkt vor Corona

Mit der warmen Jahreszeit startet in der Regel auch die Flohmarktsaison. Dieses Jahr war das nicht der Fall. Denn Corona hat allen Trödel-Enthusiast*innen die Möglichkeit genommen, Geschäfte mit Secondhand-Waren unter freien Himmel in Menschenmengen zu machen. Zwar sind unter strengen Auflagen Flohmärkte in manchen Bundesländern wieder erlaubt, allerdings können nicht alle Veranstaltenden die verlangten Hygienekonzepte umsetzen.

Die Konsequenz: Der Handel mit Gebrauchtwaren verlagert sich ins Netz. Wir stellen euch einige Websites vor, auf denen ihr euer gebrauchtes Zeug loswerdet oder aber günstig an Secondhand-Produkte kommt.

Second-Hand Kleidung online kaufen:

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kleiderkreisel.de / mamikreisel.de

Die vermutlich beliebteste Gebrauchtware auf Flohmärkten ist Kleidung. Ein Dauerbrenner der Online-Flohmarkt-Alternativen in Sachen Kleidung und Accessoires ist kleiderkreisel.de. Käufer*innen können bei Transaktionen einen „Käufer-Schutz“ gegen eine Gebühr in Höhe von 0,70€ plus 4 % des Verkaufspreises abschließen. So ist der Kauf für den Fall der Fälle versichert, schließlich wickelt ihr hier Geschäfte direkt mit den Verkäufer*innen ab und wisst nicht genau, mit wem ihr es zu tun habt.

Mamikreisel.de ist ein Ableger von Kleiderkreisel und funktioniert ähnlich. Wie der Name schon sagt, ist die Plattform auf ein ebenfalls oft nachgefragtes Gut auf Flohmärkten spezialisiert: Kinderkleidung.

mädchenflohmarkt.de

Die Hauptzielgruppe von mädchenflohmarkt.de* sind Frauen zwischen 15 und 30 Jahren. Sie wirbt damit, dass sich seit dem Start in 2012 bereits eine halbe Million Mitglieder angemeldet haben. Die Auswahl an junger Mode ist dementsprechend groß.
Der Vorteil für dich als Käuferin liegt darin, dass du keine Nachrichten mit diversen Verkäuferinnen hin und her schicken musst wie bei kleiderkreisel.de. Außerdem zahlst du keine zusätzlichen Versandkosten für jedes Teil einer anderen Verkäuferin, sondern bekommst alles aus einer Hand. Vom Verkaufspreis landen trotzdem bis zu 90% bei der Verkäuferin. Den Rest behält mädchenflohmarkt.de* für den Service.

Ubup.com

ubup.com reiht sich in die Riege der Online-Second-Hand-Plattformen ein. Die Betreibenden schreiben, dass es „Deutschlands größter Second Hand Online Shop“ sein soll. Der Schwerpunkt liegt auf gebrauchter Markenkleidung. Aktuell wird hier ein 20€ Gutschein für den ersten Einkauf geworben (Ab 40€ Warenwert).
Im Gegensatz zu mädchenflohmarkt.de findet ihr hier auch ein großes Angebot an Herren- und Kindermode. Zudem bietet ubup.com auch den Vorteil, dass man alles aus einer Hand bekommt. Im Vergleich liegen die Preise jedoch deutlich höher. Außerdem wird es seitens der Website nicht transparent gemacht, wie viel der Einnahmen an die Verkäufer*innen weitergereicht werden.

Gebrauchte Bücher / Medien / Games online kaufen:

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Ein Dauerbrenner auf Flohmärkten sind Bücher, Schallplatten, CDs und sogar noch Kassetten. Außerdem findet ihr auch immer mehr Stände mit sowohl alten als auch neueren Konsolenspielen. Dafür gibt es ebenfalls passende Online-Alternativen zum Handel von Angesicht zu Angesicht.

booklooker.de

Auf booklooker.de werden Medien aus zweiter Hand sowohl aus privater als auch gewerblicher Hand angeboten. Beispielsweise Bücher sind besonders günstig zu bekommen: Schon auf der Startseite werden „Taschenbücher unter 1 €“ oder „Hardcover unter 2 €“ angepriesen. Aber Achtung: Die Versandkosten wurden bei diesen Preisen noch nicht berücksichtigt. Also lohnt es sich für euch, zu prüfen, ob die*der selbe Verkäufer*in vielleicht noch andere spannende Schnäppchen anbietet.

Für Käufer*innen bietet booklooker.de ein Käuferschutzprogramm. Kann die Plattform bei einem Streitfall oder nicht gelieferter Ware nicht zwischen Käufer*innen und Verkäufer*innen vermitteln, sind eure Waren bis 500€ Wert abgesichert.

medimops.de

Ein anderer Marktplatz für gebrauchte Bücher, Filme oder Tonträger aller Art ist medimops.de. Wie ubup.com (siehe oben) gehört er zur Berliner momox GmbH. Diese Website für gebrauchte Medien ist besonders übersichtlich und ordnet das Angebot auf der Startseite unter „Bücher“, „Spiele“, „Filme“ und „Musik“ ein. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich gebrauchte Medien aus unterschiedlichen Preissegmenten und mit unterschiedlichen Qualitäten anzeigen zu lassen.

Der Vorteil von medimops.de ist wie bei mädchenflohmarkt.de und ubup.com, dass ihr es bei größeren Bestellungen nur mit einem*r Verkäufer*in zu tun habt und somit nicht mehrfach Versandkosten entstehen.

rebuy.de

Rebuy.de arbeitet nach einem ähnlichen Konzept wie medimops. Im Gegensatz zu medimops könnt ihr jedoch auf der gleichen Seite kaufen und verkaufen. Das Produktspektrum ist deutlich weitreichender. Neben Büchern, Medien und Games werden auch gebrauchte Elektroartikel angeboten. Gerade bei aktuellen Smartphones oder Laptops kann diese Plattform also eine interessante Alternative zur lästigen Korrespondenz auf ebay-kleinanzeigen sein.

Für die verkauften Produkte bietet rebuy.de, 36 Monate Garantie sofern es sich um Mängel handelt, die nicht auf den Gebrauch zurückzuführen sind. Klassische Verschleißteile wie Akkus sind ausgeschlossen, aber trotzdem schützt euch diese Garantie vermutlich besser als der Kauf eines gebrauchten Gerätes bei einer Privatperson. (Danke für den Hinweis im Kommentar auf diesen Anbieter)

Für Kunterbuntes / Vintage / Gebrauchtes aller Art:

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Neben den oben genannten spezialisierten Online-Plattformen, gibt auch solche, die sich nicht in ihrem Angebot auf bestimmte Nischen beschränken.

ebaykleinanzeigen.de / facebook.com

Direkte Transaktionen mit den Verkäufer*innen sind beim Platzhirsch ebaykleinanzeigen.de oder auch auf dem Marketplace vom sozialen Netzwerk Facebook möglich. Hier bietet sich eine Vielzahl an Angeboten von Kleidung über Möbel bis hin zu Autos und Immobilien.

Die Kommunikation mit den Verkäufer*innen, sowie die persönliche Abwicklung der Transaktion ist allerdings auch die Schwachstelle dieser Plattformen.

amazon.de/warehouse

Etwas mehr Sicherheit bietet amazonwarehouse.de. Über diesen Kanal vermarktet Amazon seine Retouren. Da die Retouren bereits einmal geöffnet wurden, bietet Amazon einen Rabatt. Meist haben die Produkte jedoch Neuwarenqualität. Da es sich direkt um Waren aus dem Amazon-Bestand handelt, profitiert ihr als Käufer*innen damit von mehr Sicherheiten.

Amazon Warehouse Deals

Gebrauchte Kleidung online verkaufen:

Viele Plattformen, auf denen ihr im oberen Abschnitt einkaufen könnt, kaufen euch auch Kleidung ab oder bieten euch eine Plattform, auf der ihr eure gebrauchten Sachen selbst anbieten könnt.

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kleiderkreisel.de / mamikreisel.de

Verkäufer*innen haben auf kleiderkreisel.de und mamikreisel.de eine gute Ausgangsposition. Alle Angebote können kostenlos eingestellt werden. Die Seite verdient ihr Geld damit, den Käufer*innen einen Käufer*innenschutz für die eingekauften Waren anzubieten.
Allerdings müsst ihr als Verkäufer*in jedes einzelne Stück, dass ihr verkaufen möchtet, selbst inserieren. Das bedeutet einiges an zeitlichem Aufwand für relativ geringe Verkaufspreise.

mädchenflohmarkt.de

Eine weitere gut sortierte Seite, um ausgemusterte Kleidung zu verkaufen, ist mädchenflohmarkt.de. Sie wirbt damit, dass sich seit dem Start in 2012 bereits eine halbe Million Mitglieder angemeldet haben. 10 % Provision des Verkaufspreises behält die Plattform, wenn ein Gebrauchtartikel tatsächlich gekauft wird. Dafür nimmt mädchenflohmarkt.de einiges an Arbeit ab: Mit ihrem „Concierge-Service“ kümmert sich die Plattform um das Sortieren, Bepreisen, Lagern, Fotografieren und Verschicken der Secondhand-Kleidungsstücke. Für diesen Service behält die Plattform 40 % Provision ein. Als Verkäuferinnen müsst ihr dann lediglich ein Paket mit aussortierter Mode abschicken.

momox-fashion.de

Diese Firma bietet ein Portal, auf dem ihr Kleidung und Accessoires verkaufen könnt. Die Verkaufsoberfläche ist sehr benutzer*innenfreundlich. Allerdings erscheint bei der Eingabe eines Kleidungsstückes häufig der Hinweis, dass dieses Stück gerade nicht angekauft wird. Das kann natürlich sehr frustrierend sein. Viele der Sachen, die ihr bei momox-fashion loswerdet, werden nachher über ubup.com weiterverkauft.

Gebrauchte Bücher / Medien / Games verkaufen:

booklooker.de

Diese Plattform funktioniert wie ein schwarzes Brett. Ihr könnt eure Angebote dort einfach hochladen und den Preis selbst bestimmen. Ihr müsst euch aber damit auch um den ordentlichen Versand der Ware usw kümmern. Der Preis, den booklooker.de für seine Vermittlung zwischen Käufer*innen und Verkäufer*innen berechnet, beträgt 6,9% (zzgl. MwSt) des Kaufpreises, mindestens jedoch 0,10€.

momox.de

Der Ansatz dieser Plattform ist komplett anders im Vergleich zu booklooker.de. Ihr habt kaum Aufwand mit dem Hochladen von Daten und Fotos. Stattdessen gebt ihr am PC eine ISBN oder den Barcode ein.

Noch einfacher ist der Verkauf per App (momox App Link): Einfach den Barcode mit der Handykamera anvisieren und auf dem Display erscheint, ob und zu welchem Preis das Produkt angekauft wird. Leider war die Ausbeute an verkaufbaren Produkten bei unserem Feldversuch nicht so groß. Die Einfachheit der Anwendung ist jedoch ein Pluspunkt.

rebuy.de

Beim Anbieter rebuy.de könnt ihr die Dinge, die ihr loswerden wollt ganz simpel auf der Homepage suchen und hochladen (hier zur Eingabemaske). So bekommt ihr häufig ein direktes Verkaufsangebot für eure Bücher, Games, Smartphones oder ähnliches. Zudem lässt sich alles auch einfach per App einscannen (Link zur App für Android). Auch so könnt ihr eure Second Hand Artikel ganz simpel zum Ankauf anbieten. Wenn ihr Artikel für mehr als 10€ verkauft, ist die Abholung kostenfrei. Die Verkaufspreise sind zwar nicht so hoch, wie über ein Kleinanzeigenportal, im Endeffekt spart ihr aber mehrere Stunden Zeit und habt eure Schränke ruck-zuck entrümpelt.

Gebrauchtes aller Art:

ebay-kleinanzeigen.de

Wenn ihr mal euren Rasenmäher oder euren Toaster verkaufen wollt, seid ihr bei den oben genannten Websites an der falschen Adresse. Hierfür bietet sich ebaykleinanzeigen.de an. Auf der Plattform könnt ihr fast alles finden und anbieten. Der Nachteil ist die „Community“: Es häufen sich unfreundliche „Was ist der letzte Preis?“-Anfragen und die persönliche Abwicklung mit den Käufer*innen kann nervenaufreibend sein. www.ebay-kleinanzeigen.de

Fazit:

Die Second-Hand-Szene boomt online. Schon vor der Corona-Pandemie waren die vorgestellten digitalen Flohmarkt-Alternativen im Netz zu finden, doch vor allem in der Zeit von „Social Distancing“ und „Stay Home, Safe Lives!“ fangen sie das Fehlen von Märkten im echten Leben auf.

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2 Gedanken zu „Flohmarkt im Internet: Wie und wo gebrauchte Produkte online (ver)kaufen?“

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