Fassade streichen – Selbst gemacht, viel gespart

Palim Palim,
heute möchte ich meine Erfahrungen zum Thema „Fassade selbst streichen“ mit euch teilen. Aus meiner Sicht kann dieser Punkt bei vielen Häusern ein riesiges Sparpotenzial heben. Mit dem Do-It-Yourself Projekt unser Haus zu streichen habe ich schon länger geliebäugelt und jetzt war es endlich soweit. Der Farbton steht schon seit Oktober fest, bis März haben die äußeren Bedingungen im Winter aber keinen Anstrich zugelassen.

Die Ausgangssituation:

Unser Haus ist Baujahr 1967. Seitdem wir es gekauft haben gefällt mir die Fassade nicht. Vermutlich ist sie das letzte Mal in den 80er Jahren gestrichen worden, falls sie nach dem Bau überhaupt schonmal gestrichen wurde. Der vorhandene Rauhputz war an vielen Stellen schon fleckig und grau.

Fassadenanstrich von 1967?

Beide Giebelseiten unseres Hauses sind glücklicherweise mit Verblendern verkleidet. Das ist zwar optisch kein Feuerwerk, aber deutlich weniger aufwendig, wenn man mal streichen möchte. Statt einer Arbeitshöhe von 10m habe ich dadurch nur knapp 4,5m als höchsten Punkt. Es bleiben so auch nur ca. 70m2 Wandfläche, die gern eine frische Farbe hätten. Mit beiden Giebelseiten wären es bestimmt 120-140m2 gewesen.

Leider kommt für den Anstrich auch nicht jede Jahreszeit in Betracht. Noch im letzten Sommer waren die Rosen im Vorgarten knapp 150-200cm hoch und ragten bis an die Fenster. Das Frühjahr habe ich deswegen genutzt, um einen radikalen Rückschnitt vorzunehmen und den „selfmade“ Fassadenanstrich vorzubereiten.

Die gängige Regel „Rosen schneidet man, wenn die Forsythien blühen“, habe ich dafür allerdings etwas vorverlegt (ca. 1-2 Wochen). Mal schauen ob die Pflanzen sehr nachtragend sind. Die üblicherweise üppige Blütenpracht im Sommer wollte ich auf jeden Fall nicht mit Farbe bekleckern, so dass für mich nur März und der frühe April für den Anstrich der Fassade in Frage kamen.

Kostenschätzung Profimaler

Meine Schätzung für den Aufwand einen Maler zu beauftragen sind eher konservativ und stammen aus diversen Internetquellen. Besonders die Vorarbeiten mit Fassadenreinigung sind in unserem Fall deutlich aufwendiger gewesen in Punkto Arbeitsstunden.

Gerüstaufbau500,00€
Gerüstmiete200,00€
Vorarbeiten (Reinigen / Spachteln)300,00€
Abdecken / Abkleben200,00€
Grundieren100,00€
Anstreichen 2-fach1.000,00€
Material (Farbe, Grundierung, etc)400,00€
Summe2.700,00€

Maler dürfen nicht dauerhaft von einer Leiter aus arbeiten, wenn die Arbeitshöhe 2m überschreitet (vgl. BG Bau). Das sorgt dafür, dass selbst für unsere winzige Fassade ein Gerüst nötig gewesen wäre. Ein Rollgerüst hätte wegen der Lage im Beet ebenfalls nicht funktioniert. Also wäre dieser kostspielige Punkt leider nicht einzusparen gewesen.

Problem „Auskreiden“ bei der Vorbereitung

Leider war es bis zum Streichen der Außenwand ein langer Weg. Die bisherige Fassade war nämlich nicht nur alt, sondern auch mit billiger Farbe gestrichen. In unserem Fall neigte die Farbe zum Auskreiden. So ein Farbuntergrund ist kaum tragfähig für den neuen Anstrich.

Folglich habe ich die komplette Wand erst mit dem Hochdruckreiniger abgesprüht, um den groben Dreck weg zu bekommen (kann man günstig im Baumarkt leihen). Danach bin ich nochmal komplett mit einer Gardena Waschbürste über die Wand gegangen und habe sie abgewaschen. Hierbei hat man auch gesehen, wie viel weiße Farbe mit abgetragen wurde.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch knackige einstellige Temperaturen und die Nachbarn haben dem Schauspiel, wie ich in voller Regenmontur auf der Leiter unsere Wand gewaschen habe, amüsiert beigewohnt.

Arbeitszeit etwa 6 Stunden.

Abkleben und Grundieren

Als die Temperaturen dann gegen Ende März etwas angestiegen sind, ging es Donnerstags los mit Abkleben. Hierfür habe ich mir Rat vom Profi in der Verwandtschaft geholt. In der Vergangenheit hatte ich es beim Wohnung streichen häufiger mal, dass Farbe hinter das Klebeband gelaufen ist. Bei Innenraumfarbe kriegt man das noch ganz gut gelöst. Außenfarbe habe ich mir in diesem Zusammenhang noch schlimmer vorgestellt.

Der Rat vom Profi war einfach: „Hör auf billiges Kreppband zu kaufen. Nimm die Markenprodukte und für den Sockel eine Plane zum ankleben.“

Bei der Grundierung genügt anscheinend ein normales Baumarktprodukt auf Acrylbasis.

Meine kurze Einkaufsliste für die Vorarbeit:

Die Arbeitszeit liegt bei Abkleben ca. 1 Stunde und Grundieren ca. 3 Stunden. Pro Seite!

Die Fenster würde ich beim nächsten mal übrigens vollständig mit abkleben. Man muss doch ganz schön schnell putzen, wenn Grundierung oder Farbe drauf spritzt. Das passiert leider auch mit großer Sicherheit.

Der selbst gemachte Fassadenanstrich

Zwei Tage nach der Grundierung konnte ich mich an den Fassadenanstrich machen. Großen Wert habe ich darauf gelegt sehr hochwertige Farbe zu nehmen. Wenn man schon so viel Arbeitslohn spart, sollte man wenigstens ordentliches Material verarbeiten.

In meinem Fall viel die Wahl auf Brillux Mattosil 960. Angemischt vom Profi nach Farbkarte auf blau 60.15.09.

Kosten pro 15l Eimer: 170,00€.

So wenig Material reicht aus, um 35m² Außenwand zwei Mal zu streichen.

Zusätzlich hatte ich eine Reihe Rollen und Pinsel, um herauszufinden mit welchem Material ich am besten auf unserer Fassade arbeiten kann. Leider ist extrem tiefer Rauhputz nicht gerade optimal um schnell und großflächig zu arbeiten. Der Farbauftrag meiner großformatigen Rolle war miserabel. Folglich habe ich mit der kleinen Rolle eine Ewigkeit gestrichen.

Hauptsächlich genutzt habe ich den großen Pinsel und die kleine Rolle. Der Haken um den kleinen Eimer an der Leiter zu befestigen ist übrigens Gold wert.

Wichtiger Tipp: Wenn ihr die Farbe nicht richtig verteilt bekommt und sie sich schlecht von der Rolle löst, verdünnt sie mit ein wenig Wasser. Bei mir hat eine Tasse Wasser auf knapp 8 Liter Farbe schon enorm geholfen, um auch in die tieferen Senken des Rauhputzes zu kommen.

Dauer des Anstrichs auf diese Weise ca. 5 Stunden pro Seite und Durchgang. Also komme ich auf ca. 20 Stunden gesamt.

Kosten selbst gestrichene Fassade:

Eine Aluleiter mit 12 Sprossen, Eimer und Haken waren schon vorhanden. Der Rest war dann dies:

6x Abklebeband Outdoor40,00€
2x Abklebefolie15,00€
10l Grundierung17,00€
3x Pinsel30,00€
2x Rollen25,00€
2x 15l abgetönte Farbe340,00€
Summe467,00€

Der Kostenvorteil durch Do-It-Yourself liegt bei meiner einfachen Fassade also bei ca. 2.200€.

Fazit:

Die Hausfassade selbst zu streichen kann ein sehr zufriedenstellendes Projekt sein. Schließlich ist der Erfolg sofort nach Abschluss sichtbar und man kann sich langfristig daran erfreuen. Auch der optische Mehrwert mit vergleichbar kleinem Aufwand macht Spaß.

Vom Einsparpotenzial her finde ich knapp 2.200€ ebenfalls enorm. Natürlich steht dem aber ein gewisser Arbeitsaufwand entgegen. In meinem Fall ca. 34 Stunden. Selbst wenn wir auf 40 Stunden Arbeitszeit aufrunden sind das noch immer 55€ pro Stunde, die ich durch meine Arbeit „verdient“ habe.

Natürlich wäre der Maler schneller gewesen, aber ich habe mir durch das selbst Streichen auch das Gerüst, die Anfahrt, teure Technik und Sozialversicherungsbeiträge gespart.

Mit dem optischen Resultat sind wir hochzufrieden. Unsere Fassade ist wieder gleichmäßig und harmonisch. Im Sommer werden die bunt blühenden Rosen und der grüne Wein einen tollen Akzent zum Blau der Wand setzen. Das Haus nicht weiß zu streichen war sicherlich eine mutige Entscheidung, aber bisher bereuen wir es nicht. Je nach Sonneneinstrahlung sieht die Außenwand nun jeden Tag ein wenig anders aus.


Was war euer letztes Do-It-Yourself Projekt, mit hohem Einsparpotenzial?


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Disclaimer

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3 Gedanken zu „Fassade streichen – Selbst gemacht, viel gespart“

  1. Sehr schön! Das hat sich doch gelohnt!
    Deine Webseite habe ich durch Zufall gefunden und freue mich auf neue „Anleitungen“.

  2. Danke für diese wertvollen Tipps zum Streichen der Fassade. Für mich hört es sich schlussendlich aber so an, als wenn es besser wäre, wenn ich eine kompetente Malerei damit beauftrage, die Fassade unseres Hauses zu streichen. Wenn ich Hand anlegen würde, würde es wahrscheinlich schlimmer werden. Guter Tipp, dass eine Tasse Wasser auf knapp 8 Liter Farbe schon enorm geholfen hat, um auch in die tieferen Senken des Rauhputzes zu kommen.

  3. Mein nächstes Projekt steht an, ein neuer Anstrich für die Fassade. Ich recherchiere gerade, was ich alles dafür benötige und mit welchen Kosten ich zu rechnen habe. Ich finde die Arbeitsschritte sehr überschaubar und mit einer Gesamtkostensumme unter 3000€ finde ich es auch vergleichsweise günstig, obwohl bei euch sogar eine aufwändigere Vorbereitung notwendig war. Vielen Dank für die Tipps und den Einblick in eure Arbeiten an der Fassade.

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