Sparhörnchen testet: Geld verdienen durch Wohnmobilvermietung

Geld verdienen mit einer Wohnmobilvermietung. Hier unser Beispielbulli

Heute gibt es mal wieder den Test einer neuen Investition für euch. Ich stelle euch den aktuellen Stand unserer kleinen „privaten“ Wohnmobilvermietung vor. Es handelt sich für uns allerdings nicht komplett um Neuland. Seit 2017 haben wir unseren alten Familien-T3 „Le Bulli“ nebenbei über Campersharing vermietet und damit „kostenlos“ Urlaub gemacht und ein paar kleine Gewinne.
Ende letzten Jahres hatten wir dann die Idee, das Thema etwas professioneller aufzuziehen. Kreativer Name des Projektes „Le Bulli 2“.


Wie generiert man also Einkommen aus einer Wohnmobilvermietung?


Welchen Camper vermieten wir?

Bei uns spricht die Erfahrung mit unserem alten Le Bulli und unser persönliches Reiseprofil für einen Campingbus. Nach viel Recherche wurde es dann im Winter ein neuer Familienbulli, ein VW T5 California von 2013 für 36.000€.

Le Bulli 2. Geld dazuverdienen mit einer privaten Bullivermietung
Unser Le Bulli 2

Wichtigste Features: Große Fangemeinde, kompakt, familienfreundlich, sehr durchdachtes Campingkonzept, geringer Dieselverbrauch, hoher Wiederverkaufswert.

Welchen Einnahmen erzielt die Wohnmobilvermietung?

Das kommt natürlich zu erst darauf an wie viel man selbst unterwegs ist. Für uns ist eine Auslastung von 85 – 100 Nächten pro Jahr realistisch. Zu Beginn planen wir mit Einnahmen von 85€ in der Nebensaison und 99€ in den Sommerferien.
Das führt zu Gesamteinnahmen von ca. 7.500€ p.a.. Aber so hoch ist der Gewinn dann natürlich nicht. Dazu später mehr unter dem Punkt „Lohnt sich die Vermietung des eigenen Wohnmobils? – Beispielrechnung!“.

Auf welcher Plattform vermieten wir das Wohnmobil?

Um den Bulli vermieten zu können, brauchten wir eine Plattform, die gleichzeitig eine separate Versicherungslösung anbietet. Glücklicherweise ist Campersharing im Aufschwung und es gibt einige Anbieter am Markt.
Schlau gemacht haben wir uns über folgende Anbieter:
Yescapa.de, Campanda.de, PaulCamper.de, Shareacamper.de.

Warum separate Versicherungslösung? Die Vermietung eines privaten Wohnmobils ist in allen „normalen“ KFZ-Versicherungen ausgeschlossen. Ausnahmen bilden die sogenannten Selbstfahrvermietversicherungen. Diese Versicherungen kosten 1.500€ – 3.000€ oder mehr pro Jahr. So hohe Prämien sind uns für den Anfang zu teuer gewesen.

Ohne hier jetzt den großen Vergleich der Sharingplattformen zu starten, komme ich gleich zum Ergebnis. Wir haben uns für Paul Camper als Plattform entschieden.

Meine eigene Wahrnehmung ist, dass es sich dabei um die größte Plattform in Deutschland handelt. Die Aufmachung der Vermieterprofile und der Buchungsprozess gefallen mir sehr gut und es gibt eine hilfsbereite Community an Vermietern.

Bei Shareacamper haben wir uns auch angemeldet, aber bis heute keine einzige Buchung realisiert.

Vielleicht testen wir bald noch Yescapa, um die Auslastung unseres Bullis zu optimieren.

Über diesen Link könnt ihr euch mal unser Wohnmobil Le Bulli 2 anschauen und wenn ihr Lust habt natürlich eine Buchungsanfrage stellen:
Profil von Le Bulli 2 auf paulcamper.de

Im Endeffekt sind die Plattformen für Campersharing wie airbnb für Wohnmobile.

Was für Kosten entstehen durch die Vermietung?

Die drei großen Kostenpunkte unserer Wohnmobilvermietung sind:
1. Zusatzversicherung
2. Vermittlungsgebühren
3. Verschleiß

Wichtig war uns erstmal, dass hier keine großen Fixkosten entstehen, sondern die Kosten abhängig davon sind, wie häufig wir wirklich vermieten können.

Versicherung des vermieteten Wohnmobils:

Wie schon beschrieben ist eine Vermietung in allen normalen KFZ-Versicherungen ausgeschlossen und man geht ohne passende Versicherung enorme Risiken ein. Hierzu der ADAC:

Wer sein Wohnmobil […] von einer Privatperson mietet, muss darauf achten, dass es als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug zugelassen ist – andernfalls genießen Sie als Mieter eines „Wohnmobils von Privat“ im Schadensfall keinen Versicherungsschutz.
Die (Auslands-)Schutzbrief-Anbieter werden sich die im Pannenfall geleisteten Hilfeleistungen, wie unter anderem Abschleppkosten und Rücktransportkosten, bei Ihnen als Mieter und dem Vermieter als gemeinschaftlichen Gesamtschuldner zurückholen.

https://autovermietung.adac.de/wohnmobile/ratgeber/privat-mieten/

Also vermietet euer Wohnmobil / Camper / Bulli NIEMALS ohne die passende Versicherung. Auch nicht an Freunde oder Bekannte.
Ihr bleibt auf den kompletten Schäden sitzen!

Deswegen haben wir uns zu Beginn für die einfache Lösung entschieden.

Weil wir nicht wussten, wie hoch die Einnahmen zu erwarten sind, haben wir beschlossen die Zusatzversicherung der Allianz über Paul Camper zu nutzen. So sparen wir uns die teure Selbstfahrvermietversicherung.
Der Vorteil daran ist, dass jede Miete einzeln versichert wird und so klar gestellt ist, dass eventuelle Schäden nicht mit unserer eigenen KFZ-Versicherung abgewickelt werden.

In unserem Fall kostet die Versicherung aktuell ca. 18% der Mieteinnahmen, das kann aber je nach Fahrzeug unterschiedlich sein. Vermieten wir unseren Bulli nur einmal zum Test für 10 Nächte im Juli, erzielen wir 990€ Mieteinnahmen, von denen dann ca. 178,20€ für die Versicherung abgezogen werden.

T5 California mit Vermietversicherung über Paul Camper
Wenn der Vermieter mal ohne ausreichende Sicht fährt, will man angemessen versichert sein.

Vermittlungsgebühren:

Da die Anbieter im Wohnmobilsharing nicht an der Versicherung verdienen, finanzieren diese ihr Angebot über Vermittlungsgebühren. Man darf nicht unterschätzen, welche Reichweite man mit seinem Camper über die Plattformen erzielt und welche Auslastung dadurch möglich sein kann.

Yescapa gibt 7.500 mietbare Fahrzeuge an. Allerdings quer über Europa verteilt.

Bei Paul Camper sind es wohl 4.000 Vermieter allein in Deutschland. Verlässlichere Zahlen zu finden ist schwierig, aber man sieht, dass es bereits ein großes Netzwerk gibt. Über die vermittelten Mietnächte geben die Anbieter leider wenig Auskunft.

Die Reichweite und das Marketing in diesem Zusammenhang lassen sich die meisten Anbieter mit ca. 15% der Mieteinnahmen bezahlen. In unserem Beispiel von oben mit 990€ für 10 Tage gehen also nochmals 148,50€ ab.

Verschleiß:

Dieser Kostenfaktor ist natürlich schwer vorauszusagen. Je nach dem welche Mieter ihr erwischt, kann der Verschleiß am Fahrzeug höher oder niedriger sein. Ich gehe davon aus, dass wir von den Mieteinnahmen nochmal ca. 10% für zusätzlichen Verschleiß zurücklegen. Also bei den 990€ Einnahmen 99€ Rücklage für die Abnutzung.

Bei diesem Punkt darf man nicht unterschätzen, dass das Fahrzeug auch ohne die Vermietung natürlich erheblichen Verschleiß hat und dass es ggf sogar besser ist, wenn es etwas mehr auf der Langstrecke bewegt wird, als in der Garage zu stehen.

Le Bulli 2 in der Waschstraße. Fertig machen für die nächste Wohnmobilvermietung
Fertig machen für die erste Vermietung 2020

Verdienst im Beispiel:

1 Vermietung á 10 Nächte
+ 990,00€ Einnahmen
– 178,20€ Versicherung
– 148,50€ Vermittlung
– 99,00€ Verschleiß
_________________
+ 564,30 € „Gewinn“ mit ca. 3 Stunden Arbeit.

Beispielrechnung! – Lohnt sich die Vermietung des eigenen Wohnmobils?

Beispielrechnung? Sogar noch besser!
Wir nehmen unsere echten Zahlen für Le Bulli 2 Stand 18. Juli 2020:

Gebuchte Übernachtungen / davon schon erledigt85,5 / 46
Gesamteinnahmen / davon schon erhalten7.677,00€ / 4.040,00€
Versicherungskosten / davon schon gezahlt-1.452,03€ / -770,94€
Vermittlungskosten / davon schon gezahlt-1.151,57€ / -606,01€
Verschleiß kalkuliert / wirkliche Reparaturen bisher-767,00 € / -0,00€
Gesamterwartung / bisher realisiert4.306,40€ / 2.663,05€
Bisheriges Ergebnis unserer Wohnmobilvermietung

Leider sind uns durch Corona April und Mai ausgefallen, aber trotzdem kann sich das Ergebnis sehen lassen. Bis heute haben wir mit den 5 Vermietungen, die bereits liefen ca. 2.663,05€ verdient. Aktuell ist eine Mieterin für 12 Tage unterwegs und danach kommen noch 2 Mieter mit jeweils knapp 20 Tagen.

Das wäre eine gute Rendite auf 36.000€ Investition. Allerdings haben wir nur 16.000€ der Anschaffungskosten selbst getragen und 20.000€ finanziert.

Für den aktuellsten Stand des Geschäftsplans und weitergehende Informationen darüber, was passiert, wenn das Finanzamt entscheidet, dass die Vermietung jetzt ein Gewerbe ist, schaut hier:

Erhöhte Rendite durch Finanzierung

Für eine Erhöhung der Rendite auf unser eingesetztes Geld, haben wir das Risiko ebenfalls etwas erhöht. Anstatt den Bulli für 36.000€ aus eigenen Mitteln zu bezahlen, haben wir einen Kredit aufgenommen.

Die Norisbank hat uns den „Top-Kredit“ über 20.000€ für 2,69% Zinsen bei 7 Jahren Laufzeit zur Verfügung gestellt. Also mussten wir nur 16.000€ für den Kauf selbst aufbringen.

Wir haben extra keinen Autokredit aufgenommen, weil wir finden, für den kleinen Unterschied von 0,15% in der Kondition ist der Aufwand den Fahrzeugbrief als Sicherheit zu hinterlegen zu groß. Wenn der Unterschied bei euch größer wäre, sollte man natürlich über einen Autokredit nachdenken.

Es kommen also knapp 44€ Zinsen pro Monat hinzu. Das ergibt ca. 500€ Zinsen pro Jahr. Zusätzlich beträgt die Tilgung ca. 2.600€ pro Jahr.

Vergleichen könnt ihr hier:

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Ein kleines Geschenk zum Schluss:

Melde dich zum Testen einfach neu bei Paul Camper an. Über diesen Freunde werben Freunde Link, du bekommst 100€ Bonus für die erste erfolgreiche Vermietung und ich ebenfalls.

Falls du selbst nicht vermieten möchtest, aber auf den Geschmack gekommen bist und dort einen Camper mieten möchtest. Hast du immerhin die Chance auf 30€ Bonus auf die erste Miete. Freunde werben Freunde Link

Damit wird sich das ausprobieren auf jeden Fall lohnen.


Unser Wohnmobil ist abfahrbereit für den nächsten Mieter. Das Geschäft läuft gut an.
Alles eingepackt und abfahrbereit zum Geld verdienen.

Fazit

Die Vermietung finanziert uns also einen Großteil unseres Kaufpreises, wenn alles wie geplant läuft. Zusätzlich sorgt sie für ein nettes Nebeneinkommen.

Wir rechnen ganz vorsichtig mit einer Rendite zwischen 7% und 11% p.a. auf unsere eingesetzten 16.000€.
Hierin sind u.a. der Wertverlust, die Tilgung des Kredites, die private Nutzung (KFZ Versicherung, KFZ Steuern), Zinsen, Einkommenssteuer und der erwartete Verkaufserlös enthalten.

Nicht enthalten ist der Punkt, dass wir die nächsten Jahre quasi gratis VW T5 California fahren und so in jedem Urlaub noch zusätzlich Geld sparen. Denn ansonsten hätten wir Kosten für ein geliehenes Wohnmobil oder ein Hotel gehabt. Das habe ich bei der Rendite aber nicht berücksichtigt. Schließlich könnten wir ja auch ohne Urlaub leben.

Ich denke diese Art zusätzliches Einkommen zu erzielen ist für unsere Familie eine klassische Win-Win-Situation.

Falls die Wohnmobilvermietung auch für euch ein Modell für zusätzliches Nebeneinkommen sein könnte, kommt gern mit euren Fragen auf uns zu.



Falls ihr Fragen oder Erfahrungen zu diesem Thema habt, kontaktiert uns gern https://www.facebook.com/sparhoernchen, schreibt in die Kommentare oder schickt uns eine Email.

Euer Sparhörnchen

Disclaimer

Dieser Post \"Sparhörnchen testet: Geld verdienen durch Wohnmobilvermietung\" spiegelt meine Meinungen und Erfahrungen zu den dargestellten Themen wieder. Er beinhaltet keine Anlage- oder Investmentempfehlung.

Ausgehende Links sind teilweise Affiliatelinks, für deren Nutzung eine Vermittlungsprovision an mich fließen könnte. Hierdurch wird der Blog gesponsert.

4 Gedanken zu „Sparhörnchen testet: Geld verdienen durch Wohnmobilvermietung“

  1. Sehr interessante Idee!
    Aber muss man für die Vermietung nicht noch ein (Klein-)Gewerbe anmelden und fehlen dementsprechend für die Berechnung nicht noch Steuerabgaben auf den Gewinn?

    1. Hallo Hans,
      das ist korrekt und trifft auf mich auch mittlerweile zu.
      Allerdings darf man das Fahrzeug dann auch steuerlich abschreiben, somit bleibt rechnerisch dann wieder nicht so viel übrig.

      Ich wollte diesen Beitrag nicht komplett aufblähen, weil es erstmal der Einstieg in das Thema sein sollte.

      Wenn es klappt werde ich Ende des Jahres oder der Saison mal darstellen, wie alle Kosten usw gewirkt haben und was unterm Strich dabei herum gekommen ist.
      Ich denke dazu schreibe ich dann noch einen Teil 2. Der ist dann vermutlich noch ein bisschen zahlenlastiger.

      Wenn man klein einsteigt mit einem Wohnmobil, dass man schon hat und man durch ein paar Vermietungen nur die Kosten deckt, so kann man ggf auch um das Thema Gewerbe herum kommen und einfach gratis Bulli fahren.
      Wichtig wäre hier dann wohl keine Gewinnerzielungsabsicht aber dazu spricht man wohl am besten mit seinem Steuerberater oder einem sonstigen Fachmann.

  2. Super Beitrag. Sehr interessant! Ich werde den 100€ Link nutzen, wenn ich meine Idee wirklich in die Tat umsetzen werde.

    Toll wäre bei deiner Tabelle oben noch dazu zu schreiben, seit wann ihr vermietet (oder in wieviel Wochen die Einnahmen entstanden).

    Und zu deiner Antwort auf den Kommentar oben:
    Du meinst wahrscheinlich:
    „somit bleibt rechnerisch [von den zu zahlenden Steuern] dann wieder nicht so viel übrig.“ Oder meinst du die Gewinne?

    1. Hallo Hauke,

      danke für dein Feedback.
      Den California vermieten wir jetzt das komplette Jahr 2020. Davor hatten wir noch einen anderen Bulli in der Vermietung.
      Allerdings ging es erst so richtig los Ende Mai und seit dem haben wir jetzt eine Auslastung von 108 Nächten. So super lief es vorher aber nie, das ist auch coronabedingt.
      Den Kommentar hast du richtig interpretiert. Je nach dem wie man mit der Abschreibung arbeiten kann, kann mein seine Gewinne damit rechnerisch drücken und zahlt darauf dann erstmal kaum Steuern.
      Allerdings wird natürlich auch der Fahrzeugverkauf durch das Gewerbe steuerpflichtig.

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