Welches der 20 größten Unternehmen der Welt soll ich kaufen?

Palim Palim,
bei den 20 größten Unternehmen der Welt bin ich bisher nur passiv über ETFs investiert. Mein Portfolio besteht hauptsächlich aus kleineren soliden Industriewerten, die eine Dividende zahlen. Zeit dies zu ändern. Ich habe mir also angeschaut, welches der 20 größten Unternehmen der Welt ich kaufen soll.

Was ist das größte Unternehmen der Welt?

Anfang November konnte man hierauf basierend auf den Jahresergebnissen von 2019 und aktuellen Börsenständen meiner Ansicht nach 2 Antworten in 4 Kategorien geben:

Antwort 1:
Saudi Aramco (SA14TG012N13)
hatte den größten Börsenwert mit 2.031 Mrd. USD.

Antwort 2:
Walmart (US9311421039)
hatte den größten Umsatz mit 542 Mrd. USD.

Antwort 3:
Saudi Aramco (SA14TG012N13) hatte den höchsten Gewinn gehabt mit 134 Mrd. USD.

Antwort 4:
Walmart (US9311421039)
hatte die meisten Mitarbeiter beschäftigt ca. 2,2 Mio Menschen.

Wie ihr seht, teilen sich also Saudi Aramco und Walmart die Kategorie „größtes Unternehmen der Welt“ auf. Als Aktionär ist für mich aber der Börsenwert entscheidend.

Was sind die Top 20 Unternehmen nach Börsenwert?

Meine kleine Liste hierzu sieht wie folgt aus. Je nach Stichtag oder Bewertungsansatz kann die natürlich variieren und hat keinen Anspruch auf ultimative Korrektheit.

Das ist also mein kleiner Leitfaden mit ganz groben und einfachen Parametern, an denen ich mich für die Identifikation des Investitionskandidaten orientieren möchte. Schließlich will ich aus meiner Auswahl des Top 20 Kandidaten keine Wissenschaft machen.

Kuriose Fundstücke bei den Top 20 Unternehmen

Durch diese Übersicht werden meiner Meinung nach auch einige kuriose Bewertungen dargestellt.
Tesla ist so viel wert wie Walmart, obwohl diese vom Umsatz und Gewinn fast exakt 20-mal größer sind.
Nvidia kostet an der Börse das 30-fache des Jahresumsatzes.
Diese Bewertungen spiegeln wieder, welche hohen Zukunftserwartungen Investoren an diese beiden Firmen haben. Aber es zeigt auch, dass hier die nächsten Blasen versteckt sein könnten. Ich frage mich persönlich zumindest, wie hochtechnische Produktionsbetriebe wie Tesla und Nvidia so schnell wachsen sollen, dass sie diese Erwartungen an die Zukunft zeitnah erfüllen.

Image by Jose Conejo Saenz from Pixabay 

Mit reinvestierten Gewinnen von 1 Mrd. USD oder 4 Mrd. USD wird man den Umsatz in Zukunft nicht verdoppeln. Daher muss der Verschuldungsgrad immer höher getrieben werden oder immer mehr neue Aktien müssen ausgegeben werden. Beides wäre dann voraussichtlich eher schlecht für die Aktionäre.

Aus diesem Grund scheiden solche Hypeaktien aus meinen Überlegungen aus. Natürlich kann man Glück haben und die Unternehmen erfüllen diese Erwartungen. Darauf möchte ich allerdings nicht spekulieren.

Die Top 20 nach Börsenwert mit zusätzlichen Auswahlkriterien

Für meine Entscheidung habe ich zusätzlich noch drei Kriterien betrachtet. Die Marge (Gewinn / Umsatz), das KGV (Börsenwert / Gewinn) und den Umsatz / Börsenwert.

Ich weiß, dass der Umsatz kein guter Indikator für den Wert eines Unternehmens ist. Aber üblicherweise halten Margen von 30-40% nicht ewig, es wird Wettbewerb geben und die Margen werden geringer. Je näher meine Unternehmen der Kennzahl Umsatz / Börsenwert aber an 1 oder darunter liegen, desto eher ist die erzielte Marge gleichzeitig auch mein Ergebnis als Aktionär.

Wenn man das KGV mal „umdreht“, sagt uns dies übrigens, wie viel % Gewinn pro € Unternehmenswert zu erwarten ist. Bei einem KGV von 20 erwirtschaftet das Unternehmen also eigentlich eine 5% Rendite auf den Unternehmenswert. Bei einem KGV von 50 eine 2% Rendite.

Auswahl der Top 20 Aktie für mein Depot

Folgende Punkte definiere ich für meine Investition als ideal:
KGV <20, Marge >20%, Umsatz / Börsenwert <3

Damit kann ich meine Liste erstmal auf 2 Positionen eindämpfen: Berkshire Hathaway und Samsung.

Berkshire Hathaway scheint alle Punkte zu erfüllen:

KGV 6, Marge 32%, Umsatz / Börsenwert 2. Dividende: Nein
Steigt man aber mal in die Details ein, dann sieht man, dass die Marge nur in 2019 enorm hoch war. In den Vorjahren sind die Renditen deutlich geringer gewesen. Zudem schüttet die Aktie nicht aus, sondern baut aus den Beteiligungserträgen enorme Cashpositionen auf. Das schreckt mich ebenfalls ab.

Berkshire Hathaway scheidet aus dem Rennen aus.

Samsung erfüllt zumindest das KGV und den Umsatz / Börsenwert.
KGV 18, Marge 9%, Umsatz / Börsenwert 2. Dividende: Ja
Auch hier habe ich mir die Details angeschaut. Samsung hat in 2017 und 2018 jeweils doppelt so viel Gewinn gemacht wie 2019. Nach dem Krisenjahr 2019 wird davon ausgegangen, dass 2020 gut läuft und die Quartalsergebnisse sind ordentlich. Also kann man wieder auf eine Marge >20%, oder aber zumindest >15% hoffen.

Der Konzern ist breit aufgestellt. Die meisten von uns kennen nur die Fernseher und Smartphones der Firma. Samsung ist aber auch einer der größten Chip- und Handykomponentenhersteller der Welt. Das gibt auch künftig eine gute Perspektive und lässt hoffen, dass sich auch weiterhin neue Geschäftsbereiche erschließen lassen.

Damit ist die Entscheidung gefallen. Ich kaufe mir ein paar Samsung Aktien.

Da Samsung in Deutschland nicht direkt gehandelt wird und ich keine Ordergebühren in Korea zahlen möchte, habe ich mich für die Samsung ADRs entschieden mit der ISIN US7960502018  bzw WKN 881823.

Genaueres dazu dann Anfang Dezember, wenn das Depotupdate zum November kommt.

Image by tookapic from Pixabay 

Fazit:

Ich weiß: Das war eine sehr oberflächliche Analyse. Das schöne ist, ich hätte jede Kennzahl definieren können, um daraus einen Kaufgrund zu machen. Immerhin sprechen wir über die größten Firmen der Welt. Es wird schon einen Grund haben, warum die auf der Liste stehen und für jede wird es einen Kaufgrund geben.

Aktien kaufen ist eben doch häufig ein Bauchgefühl und man versucht sich mit Kennzahlen dazu zu bringen, sich mit seiner Entscheidung wohl zu fühlen. Wichtig ist meiner Meinung nach immer, dass man ein solides Unternehmen kauft, dessen Geschäftsmodell man grob versteht. Außerdem sollte man nicht einfach der laut schreienden Masse hinterherlaufen.

Bei meiner Kaufentscheidung finde ich charmant, dass das Unternehmen nicht überpräsent in den Medien ist. Nicht jeder Investor spricht darüber und glaubt es wäre das nächste große Ding. Die Story des Unternehmens ist solider Erfolg in mehreren Sparten. Die Bewertung basiert nicht auf Hype. Hoffentlich bleibt diese Aktie ein solides Investment.

Also: Macht euch selbst Gedanken darüber, was euch wichtig bei einer Investition sein könnte. Schaut euch an, was ein Unternehmen macht und dann überlegt euch, ob ihr wirklich in das Unternehmen investieren wollt. Wenn ihr euch nicht sicher seid oder Angst habt Geld zu verlieren, ist vermutlich ein ETF trotzdem die bessere Wahl.

Disclaimer

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