Mit dem Sparhörnchen frugal campen?

Wir sind vor kurzem aus unserem Frühjahrsurlaub zurückgekehrt. 10 Tage Camping am Mittelmeer in der Nähe von Castiglione della Pescaia (14 Tage Reisezeit insgesamt). Wie es sich für eine Sparhörnchenfamilie gehört, haben wir natürlich über unsere Urlaubsausgaben genau Buch geführt und Folgendes ist zusammengekommen:

Unterkunft168,00€
Diesel611,89€
Maut120,48€
Restaurant95,80€
Alltägliche Einkäufe186,98€
Kinderspielzeug21,90€
Wohnmobil0,00€? oder 942,00€? oder 1.526,00€?

Hier findet ihr die einzelnen Punkte etwas genauer beschrieben und ein paar Details zur Reise:

Unterkunft:

Der Campingplatz Maremma Sans Souci ist der Kindheitscampingplatz von Frau Sparhörnchen. Dor hat sie früher mehrmals 3-wöchige Sommerurlaube verbracht. In der Nebensaison ist der Campingplatz aber sehr günstig. Unser Aufenthalt vom 25.04 bis 05.05. hat insgesamt 168,00€ Stellplatzmiete gekostet. Die Ausstattung des Campingplatzes ist zwar in die Jahre gekommen, aber die Lage ist fantastisch. Im Gegensatz zu den üblichen Campingplätzen steht man nicht auf irgendeiner großen Wiese dicht nebeneinander, sondern hat kleine Parkbuchten in einem Pinienwald.

An- / Abreise:

Die An- und Abreise mit unserem Wohnmobil Cassiopeia war das kostspieligste am ganzen Urlaub. Dieselpreise von 2€ in Deutschland und ca. 1,80€ in Italien und Österreich haben die 2.700km Tour belastet. Der Durchschnittsverbrauch lag bei 10,9l / 100km für den Camper und so kamen wir auf Dieselkosten von 611,89€. Zusätzlich führte unsere Route über die Mautautobahnen in der Schweiz und in Italien. Dafür wurden zusätzlich 120,48€ Maut fällig.

Ich bin seit dieser Reise übrigens ein riesiger Fan vom Tempolimit. Die 120 km/h habe ich mit dem großen Fiat Ducato richtig genossen. Genau die richtige Reisegeschwindigkeit. Ab der Grenzüberquerung nach Deutschland war das leider vorbei.

Restaurantbesuche:

Leider hat mich im Urlaub eine Coronainfektion heimgesucht, weswegen wir nur wenig Gelegenheit hatten lokale Gastronomie zu genießen. Insgesamt kamen für diesen den Posten Restaurantessen 95,80€ zusammen. 28,80€ von dieser Rechnung resultieren aus einem unverschämt teuren und schlechten Raststättenessen in der Schweiz. Wer frugal reisen will sollte sich für die Durchquerung der Schweiz ordentliche Butterbrote schmieren 😉

Alltägliche Einkäufe:

Natürlich haben wir nur einen kleinen Teil unserer Versorgung von zu Hause mitgebracht. Den Großteil des Essens haben wir frisch vor Ort gekauft. So kamen 186,98€ für Lebensmittel zusammen. Für einen Versorgungszeitraum von fast zwei Wochen Reise und 4 Personen ist das wirklich sehr akzeptabel und kann eigentlich nicht als Urlaubsausgabe gezählt werden. Überleben müssen hätten wir zu Hause auch.

Cafe und dahinter der Supermarkt des Campingplatzes

Kinderspielzeug:

21,90€ – Frau Sparhörnchen bereut diesen Kauf von billigem Plastikspielzeug auf dem Campingplatz. Der Bagger, den der kleine Mo sich ausgesucht hat, hat aber einigen Spaß am Strand gebracht. Das Motorrad von Rabaukus war ein Flop und nach kurzer Zeit uninteressant und zerstört.

Wohnmobilkosten:

Version 1: Wer sich die Welt schön rechnen möchte, wird in unserem Fall annehmen, dass die Wohnmobilkosten bei 0€ liegen. Schließlich ist es ja ein Mietfahrzeug und wir können es einfach nutzen. Ganz so ist das aber leider nicht. Eine Eigennutzung des Mietwohnmobils ohne Angabe bei der Steuer wäre Steuerhinterziehung.

Version 2: Die Abrechnung bei der Steuer. Das funktioniert in unserem Fall über die Angabe der tatsächlichen Nutzung. Das heißt am Ende des Jahres werden wir unsere gefahrenen Kilometer in Relation zu den insgesamt gefahrenen Kilometern setzen. Beispielsweise 18.000 Gesamtkilometer, davon 2.700 durch uns wären 15% Eigennutzung. Damit würden dann 15% der Kosten als Einnahme auf die sonstigen Mieteinnahmen aufgeschlagen. In 2021 hätte das bedeutet, dass mit Cassiopeia ein 2.355€ höherer Gewinn erwirtschaftet wird. Auf diesen rechnerischen Gewinn hätten wir dann 40% Steuern zahlen müssen und daher kommen die 942€ Kosten.

Version 3: Natürlich hätten wir anstatt mit den Kosten auch mit dem entgangenen Gewinn für den von uns genutzten Zeitraum rechnen können. Schließlich sind die Mieter bereit einen Mietpreis von 109€ pro Nacht für das Fahrzeug zu zahlen. In diesem Fall sind uns dann Einnahmen von 1.526€ entgangen. Nach Steuern von ca. 40% wären in diesem Fall von der Miete 915€ übrig geblieben.

Gesamtkosten Camping:

Nehmen wir Version 2 für die Wohnmobilkosten an, kommen wir auf ein Urlaubskosten von 1.960,07€. Herausgelassen habe ich dabei die alltäglichen Einkäufe. Diese hätten wir zu Hause in ähnlicher Form ebenfalls gehabt. Das Urlaubsbudget für unseren zweiwöchigen Strandurlaub betrug also 490,05€ pro Kopf. Mit einem gemieteten Wohnmobil anstatt der Nutzung unseres eigenen, wären wir auf Kosten von 2.571,07€ gekommen. Wohnmobilurlaub ans Mittelmeer für 14 Tage ist also kein besonders sparsamer Urlaub.

Im Sommer hätte ich mit Sicherheit zu einem näher gelegenen Ziel tendiert und eher Urlaub vor der Haustür gemacht. Damit hätte man die 732€ Kosten für An- und Abreise deutlich reduzieren können.

Kostenvergleich:

Wohnmobilurlaub ist im Vergleich zu günstigen Alternativen natürlich trotzdem purer Luxus. Eine Ferienwohnung im Ort hätte uns ca. 800€ für die Zeit gekostet + 200€ für die Übernachtungen unterwegs. Die Dieselkosten wären im normalen Auto ebenfalls 40% geringer gewesen.

Meiner Theorie nach sieht der Urlaub in einer Ferienwohnung finanziell dann ca. so aus:

Unterkunftca. 1.000,00€
Dieselca. 487€
Maut120,48€
Restaurant95,80€
Alltägliche Einkäufe186,98€
Kinderspielzeug21,90€

Wir hätten also auch für knapp 1.725€ Urlaub machen können. Warum haben wir es trotzdem nicht getan?

Nutzenvergleich:

Camping mit kleinen Kindern hat für uns im Vergleich zur Ferienwohnung mehrere große Vorteile.

Kinder. Kinder. Kinder: Unsere Kinder finden auf dem Campingplatz sofort andere Kinder mit denen sie spielen können. Unsere Jungs waren große Teile der Zeit damit beschäftigt auf dem Spielplatz oder am Strand mit anderen Kindern Quatsch zu machen. Was dazu geführt hat, dass Frau Sparhörnchen und ich nur dasitzen mussten und schauen durften, was passiert. Das ist doch eine entspannte Art Urlaub zu machen.

Auslauf vor dem Camper: Campingplätze haben den großen Vorteil nicht allzu befahren zu sein. So konnten Rabaukus und der kleine Mo auf unserer wunderbaren Parzelle buddeln, rennen und Fußballspielen, ohne dass wir Sorgen haben mussten, dass etwas schief geht.

Lage. Lage. Lage: Mitten in einem Pinienwald und mit direktem Pfad zum Strand würde man wohl für den oben genannten Preis keine Ferienwohnungen finden.

Insgesamt haben wir unsere Entscheidung diesen Urlaub so zu machen, wie wir es gemacht haben nicht nur vom Geld abhängig gemacht, sondern auch davon, wie wir unseren Urlaub am liebsten verbringen möchten und das ist aktuell bei gutem Wetter 95% der Zeit draußen zu verbringen.

Disclaimer

Dieser Post "Mit dem Sparhörnchen frugal campen?" spiegelt meine Meinungen und Erfahrungen zu den dargestellten Themen wieder. Er beinhaltet keine Anlage- oder Investmentempfehlung.

Ausgehende Links sind teilweise Affiliatelinks, für deren Nutzung eine Vermittlungsprovision an mich fließen könnte.

Ein Gedanke zu „Mit dem Sparhörnchen frugal campen?“

  1. Hallo ihr Lieben,

    ja, die Schweiz. Wenn es nach mir ginge, würde wir in der Schweiz gar nicht halten, aber meine Lieben müssen regelmäßig an einem bestimmten Camping auf Toilette, aber es sind „nur“ 3 Euro die wir für die Toilette zahlen. Wir fahren seit über 20 Jahren nach Italien und nehmen uns immer was zu essen mit. Und eine der ersten Raststätten in Italien gehört uns, nur wegen des Caffes;)
    Unsere schönsten Urlaub die wir hatten, waren Campingurlaube. Wie Du schreibst hat das ganze mit Kindern mehrere Vorteile. Eine Menge andere Kinder zum Spielen, ich kann mir die Mahlzeiten so einteilen wie ich das möchte und – zumindest bei uns – finanziell günstiger.
    Mittlerweile sind wir zumindest im Sommer jedoch auf Mobilhomes ausgewichen. Die Kids sind 16 und 14 und so sehr sie Toni – unseren Bulli – lieben, sie möchten lieber jeder ein eigenes Zimmer. Gleichzeitig verträgt unsere Hündin die Hitze im Süden im Hochsommer nicht mehr so gut.
    Wir fahren demnächst für 2 Wochen nach Schottland, da wir diesmal nur zu dritt sind, ich und die Kids, schlafen wir im Bus immer abwechselnd einer alleine. Und unsere Hündin hat bei den schottischen Temperaturen auch kein Problem.
    Wir sind übrigens auch Verfechter des Tempolimits. Unser Bulli braucht bei 120 km/h nur 8 Liter. Dazu kommt, dass es ein wirklich entspanntes Fahren ist im Ausland. Sobald wir in D über die Grenze kommen empfinde ich das Autofahren oft als stressiger.
    Ich wünsche Euch eine tolle Woche
    Liebe Grüße
    Julia

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