Blick hinter die Kulissen des Bloggerdaseins

Eigentlich finde ich diese Seite deutlich zu amateurhaft, um mich als „Blogger“ zu bezeichnen. Aber was besseres ist mir nicht eingefallen und ein Blog ist sparhoernchen.de auf jeden Fall. Manche von euch scheinen ja auch Spaß daran zu haben den einen oder anderen Beitrag zu lesen und ich freue mich über das Feedback per Mail und die Kommentare. Heute gibt es mal einen kleinen Blick hinter die Kulissen ins Kuriositätenkabinett.

Spambots:

Wenn ihr erstmalig einen Kommentar unter einem Beitrag auf sparhoernchen.de hinterlassen möchtet, muss dieser durch mich freigegeben werden. Das ist keine Zensur, sondern hat einen ganz praktischen Grund. Das liegt daran, dass es Nächte gibt, nach denen die Kommentarspalte sonst so aussähe:

Spamboteinträge in meinen Blog Kommentaren.

Interessanterweise haben es besonders türkische und russische Spambots auf alte Artikel von mir abgesehen, die sonst von niemandem mehr gelesen werden. Die Idee hinter den Spambots ist nicht, dass diese Kommentare von Menschen gelesen werden. Solche Kommentare sollen Backlinks produzieren und damit den „Wert“ der verlinkten Seite für Suchmaschinen steigern, die meine alten Beiträge immer mal wieder nach Neuerungen durchgehen.

Meine sehr nervige Aufgabe nach solchen Nächten ist es dann 30-50 von solchen Kommentaren aus dem Spam zu löschen. Emailnachrichten über die Kommentare gibt es natürlich noch dazu… Hier hoffe ich darauf, dass die Bots irgendwann maschinelles lernen anwenden und bemerken das auf meinem Blog nicht zu holen ist.

Künstliche Reichweite:

Anscheinend hat eine schlaue Marketingfirma festgestellt, dass ich auf Instagram ein paar Posts gemacht habe und zack:

Mehr Reichweite?
Durch unsere Follower bekommt dein Account mehr Vertrauen und mehr Leute werden dir folgen.

Unsere Preisliste (60% Weihnachts-Rabatt):
10.000 Follower = 57,99€
5.000 Follower = 29,99€
2.500 Follower = 14,99€
1.000 Follower = 6,99€

Ich kann mir also ein paar tausend Follower zum Weihnachtsrabatt kaufen (Angebot kam im Dezember), um mich im Algorithmus weiter nach vorne zu bringen. Gut zu wissen, aber – Nein Danke. Ich bin mit meinen 67 Followern voll und ganz zufrieden. Ich schätze die Quote an Bots unter den Followern auf unter 10%. Instagram wird wohl nicht mein Medium #Ü-30.

Allerdings wäre es schon ein netter Gag gemeinnützigen Organisationen zu Weihnachten ein paar Instagram Follower für mehr Reichweite zu spenden.

Werbebranche:

Blogs die eine gewisse Reichweite überschreiten und gute Artikel zu bestimmten Fragestellungen haben, werden auf Suchmaschinen gefunden. Diesen Blog kann man zusätzlich zur Suchmaschine auch über die finanzblogroll.net finden. Vielen Dank an der Stelle an Felix für seine tolle Arbeit!

Das ruft natürlich Menschen auf den Plan, die bei dieser Reichweite Werbepotenzial sehen. Es gibt beispielsweise professionelle Agenturen, die für Ihre Werbekunden „Testimonials“ suchen oder seriösere Backlinks als mit Spambots erkaufen wollen.

Eine Email dazu liest sich ca. so:

Wir interessieren uns für journalistische Artikel die…
… wir schreiben von +- 1000 Wörter
… nicht gekennzeichnet sind
… mind. 1 do follow Link haben
… dauerhaft online sind (mind. 24 Monate Garantie)
 Wie viel würde eine solche Artikelplatzierung auf Ihrer Webseite kosten?

Email einer Onlinemarketingagentur

Bei der Reichweite von sparhoernchen.de könnten da ein paar hundert Euro pro Artikel drin sein. So ein Angebot habe ich bisher aber noch nicht angenommen. Leider sind solche Artikel dann doch nicht für Smartbroker, die DKB oder über Lego oder irgendein ein anderes seriöses Unternehmen, das ich ohnehin nutze. Meist handelt es sich dann doch um irgendwelche verdächtigen Kryptobuden oder Multilevel Marketing und dann wird natürlich strickt abgelehnt.

Kurios ist es, wenn man einige Wochen nach einer solchen Anfrage auf anderen Blogs dann plötzlich Artikel erscheinen, die nicht zum sonstigen Content passen und genau diese Krypto oder MLM Firmen verlinken.

Fazit:

Selbst ein kleiner Blog wie sparhoernchen ist im Internet schon sichtbar genug, um all diese Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Kaum vorzustellen was bei großen Blogs passieren muss, mit denen wirklich Geld verdient wird oder die eine deutlich größere Reichweite als ich haben. Vermutlich wird deswegen aus einem kleinen Hobby dann schnell ein richtiger Beruf und vermutlich sieht man auch deswegen häufig Blogs, deren Inhaber den guten Angeboten für bezahlte Artikel dann nicht widerstehen können.

Schaut euch Blogs und Internetseiten also genau an. Wenn ihr das Gefühl habt, dass das was ihr da lest eigentlich gar nicht zum sonstigen Blog passt, dann hat sich häufig eine Agentur die Reichweite zunutze gemacht um einen Artikel zu platzieren und der Blogger / die Bloggerin hat eure Aufmerksamkeit und den Klick auf den Beitrag an den Meistbietenden verkauft.

Falls ihr selbst eine Internetseite betreibt, berichtet gern in den Kommentaren von euren kuriosesten Anfragen und Angeboten im Hintergrund.

Disclaimer

Dieser Post "Blick hinter die Kulissen des Bloggerdaseins" spiegelt meine Meinungen und Erfahrungen zu den dargestellten Themen wieder. Er beinhaltet keine Anlage- oder Investmentempfehlung.

Ausgehende Links sind teilweise Affiliatelinks, für deren Nutzung eine Vermittlungsprovision an mich fließen könnte.

6 Gedanken zu „Blick hinter die Kulissen des Bloggerdaseins“

  1. Danke für diese wertvollen und ehrlichen Einblicke. Habe gerade erst angefangen zu schreiben, aus purer Freude daran. Da hat man solche Themen natürlich noch nicht. Aber interessant zu wissen, was da alles kommen könnte.

  2. Danke für die Erwähnung!
    Vergessen hast du: lästige WordPress-Updates, Serverprobleme beim Hostinganbieter, Blog-Clones … 🙂
    Sieh die Werbeangebote auch als Kompliment.

    VG Felix

    1. Hey Matthias,
      ich benutze genau das Plugin, aber irgendwie kommen diese Kommentare trotzdem durch und müssen manuell abgearbeitet werden.
      Aber vielleicht muss ich mich mit den Einstellungen nochmal auseinandersetzten.

  3. Hallo Jens,
    ich nutze das Plugin Antispam Bee und habe zum Glück absolut keine Probleme! Ich gehe die automatisch in den Spam-Papierkorb sortierten Kommentare einmal im Monat durch und schaue, ob sich dort „false negatives“ verirrt haben. Bisher war das aber nie der Fall bzw. einmal war ich mir selbst unsicher, ob es Spam oder einfach nur ein recht belanglos positiver Kommentar mit einer merkwürdigen Name/Mail/Webseite-Kombo war. Spam-Kommentare, die „durchkommen“ durch den Filter, hatte ich auch noch nie. Also vielleicht einfach mal das Plugin wechseln? Ich bin hochzufrieden!

    Viele Grüße
    Jenni

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